Pädagogisches Konzept

Hier die PDF downloaden: Paedagogisches Konzept 2016

Gemeinsame Bemühungen der Erzieherinnen und Eltern haben zu dem vorliegenden pädagogischen Konzept geführt. Regelmäßige Pädagogik­abende dienten dazu, einen Leitfaden für die pädagogische Arbeit in unserer Elterninitiative „Kleine Strolche e.V.“ zu entwickeln.

Dieser Leitfaden dient sowohl den Erzieherinnen, als auch den Eltern zur Orientierung bei dem täglichen Umgang miteinander und der gemein­samen Förderung unserer Kinder.

Mit dem pädagogischen Konzept sprechen wir bestimmte Wertvor­stellungen aus, die eine sinnvolle Arbeit zwischen Kindern, Erzieherinnen und Eltern ermöglichen sollen. Bei möglicherweise auftretenden Konflikten über unterschiedlichen Vorstellungen von sinnvoller pädagogischer Arbeit dient dieses Konzept zunächst als verbindlicher Maßstab.

Pädagogische Arbeit ist niemals „fertig“ oder „abgeschlossen“. Auch dieses pädagogische Konzept wird weiterhin für Verbesserungsvorschläge offen sein.

Das Team

Die Kita „Kleine Strolche e.V.“ entstand 1987 aus einer Elterninitiative heraus und ist dem Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. In Eigeninitiative wurde die ehemalige Kruckeler Grundschule umgebaut und im Februar 1990 öffneten sich erstmals die Pforten der Kita „Kleine Strolche e.V.“.

 

Die Räumlichkeiten

Die Kita besteht aus 3 Etagen:

Im Erdgeschoss befinden sich der Eingangsbereich, die Garderobe, der Waschraum und der Gruppenraum. Das Außergewöhnliche am Gruppenraum ist die großzügig gestaltete Empore, die unterteilt ist in einen Spiel- und einen Kuschelbereich. Der Spielbereich ist mit Kindermöbeln, wie z. B. Herd, Spüle, Esstisch, Holzobst, Geschirr, Töpfen, etc. ausgestattet und die Kinder können dort alltägliche Situationen, z.B. das Kochen nachspielen. Die Kuschelecke mit ihren zahlreichen Kissen und Decken ermöglicht den Kindern, sich gemütlich ein Buch anzuschauen oder sich einfach mal auszuruhen.

Im Gruppenraum gibt es zudem noch eine Mal- und Bastelecke, ein Bücherregal, diverses Spielzeug, viele verschiedene Gesellschaftsspiele und vieles mehr. Des Weiteren befindet sich im Erdgeschoss ein Waschraum mit Wickeltisch sowie Kinderwaschbecken und Kindertoiletten.

Die 1. Etage besteht aus einem Toberaum, in dem ein Hochbett, mehrere Matratzen und viele Kissenbauelemente und Decken den Kindern die Möglichkeit bieten sich entweder richtig auszutoben oder z. B. eine Höhle zu bauen. Neben dem Toberaum ist der Essraum, wo wir mit den Kindern die gemeinsamen Mahlzeiten zu uns nehmen. Als dritter Raum – verbunden mit einer Durchreiche zum Essraum – befindet sich hier noch die Küche.

Die 2. Etage ist der ausgebaute Dachboden. Dort befinden sich 4 weitere Räume: Ein Raum für Malarbeiten mit Finger- und Wasserfarben, der Schlafraum, wo die Kinder ihren Mittagsschlaf halten, wobei die ganz Kleinen in Kinderbetten schlafen, die meisten Kinder jedoch auf Matratzen, ein Personalraum und der vierte Raum dient als Vorratsraum, in dem gesammelte Sachen wie Korken, Toilettenpapier und lauter weitere nützliche Dinge zum Basteln aufbewahrt werden. Die letzten beiden Räume sind für die Kinder immer unzugänglich.

Das Außengelände

Unser großes Außengelände, was vorher ein reiner Schulhof war, wurde von den Eltern der Kindertagesstätte so umgebaut, dass es den Kindern einen großen Bewegungsfreiraum und Möglichkeiten bietet, neue Erfahrungen zu sammeln. Es gibt dort 2 Gartenhäuschen: in dem einem werden die Fahrzeuge wie Fahrräder, Laufräder, Bobbycars etc. aufbewahrt, in dem anderem das Sandspielzeug sowie Gartengeräte wie z. B. kleine Spaten, Eimer und Gartenmöbel. Auf der großzügigen Rasenfläche haben die Kinder viel Platz zum Austoben. Dort gibt es auch eine große Rutsche, einen großen Sandkasten, ein Klettergerüst, zwei normale Schaukeln, eine Nestschaukel, ein Steinplatz, eine Feuerstelle, ein Weidenhaus, zwei Spielhäuschen, die den Kindern immer offen stehen sowie einen Obstgarten mit Johannisbeer- und Stachelbeersträuchern, Apfel-, Birnen-und Kirschbäumen.

Neben der Wiese ist eine große geteerte Fläche, auf der die Kinder mit den Fahrrädern, Laufrädern, Bobbycars, Dreirädern, etc. fahren können. Unser riesiges Außengelände ist mit eine Besonderheit der Kleinen Strolche.

Die Öffnungs-, Schließungs-, Bring- und Abholzeiten

Die Kita „Kleine Strolche e.V.“ öffnet:

Mo. – Do.      7:30 bis 16:45 Uhr

Fr.                   7:30 bis 15:30

Die Bringzeiten sind täglich von 7:30 – 8:45 Uhr, in Ausnahmefällen und nach Ab-sprache dürfen die Kinder auch mal um 10:00 gebracht werden.

Die Abholzeiten, wobei es wichtig ist, dass nicht nur das Abholen, sondern auch das Verlassen der Kita innerhalb der Abholzeiten erfolgt, sind

Mo. – Do.

13:00 bis 13:15

15:15 bis 15:30

16:15 bis 16:30

Fr.

13:00 bis 13:15

15:15 bis 15:30

Schließungszeiten gibt es bei den Kleinen Strolchen 3 Wochen in den Sommerferien, und zwischen Weihnachten und Neujahr. Welche Wochen der Sommerferien die Kita geschlossen ist, wird auf der Jahreshauptversammlung (JHV) durch Abstimmung beschlossen. Außerdem werden auf der JHV evtl. weitere Schließungstage beschlossen, wie z. B. die Freitage nach Christi Himmelfahrt und Fronleichnam.

Die Gruppe

Die Kleinen Strolche bestehen aus einer altersgemischten Gruppe von 18 Kindern, davon sind in der Regel 7 Kinder unter 3 Jahren. Die Kinder können ab dem Alter von 4 Monaten aufgenommen und bis zur Einschulung betreut.

Das Team

Für die pädagogische Betreuung der Kinder sind 3,5 Stellen vorgesehen. In unserem Team arbeiten zwei Ganztagskräfte und zwei Teilzeitkräfte (à 30 Stunden). Alle Mitarbeiterinnen arbeiten in Absprache im Früh- oder Spätdienst.

Der Vorstand

Der Vorstand der Kita „Kleine Strolche“ besteht aus fünf Mitgliedern: Der 1. Vorsitzende übernimmt sämtliche administrativen Aufgaben, von der An- und Abmeldung der Kinder beim Jugendamt bis hin zur Verwaltung der Personalakten der Erzieherinnen. Der 2. Vorsitzende beschäftigt sich mit Fragen zur Einrichtung und zum Außengelände. Renovierungsarbeiten werden von ihm koordiniert und Handwerker beauftragt. Kleine Reparaturen führt er in Eigenregie durch. Der 1. und 2. Vorsitzende sind als einzige Unterschriften berechtigt.

Der Kassenwart kümmert sich um alle Finanzen, wobei vor allem die solide Haushaltsführung im Vordergrund steht. Die rechtzeitige Anweisung von Gehältern spielt dabei ebenso eine wichtige Rolle.

Der Schriftführer legt von allen Sitzungen ein Protokoll an. Darüber hinaus besucht er die Regionalkonferenzen unseres Dachverbandes, des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, und berichtet über Neuerungen.

Der Elternrat ist für die Planung der Eltern-Kind-Tage zuständig (siehe unten) und ist Ansprechpartner für die Eltern bei Fragen oder Problemen.

Altersmischung

Die kleine altersgemischte Gruppe bringt verschiedene Besonderheiten mit für Kinder, Erzieher und auch Eltern. Durch die reduzierte Gruppenstärke und die Altersstruktur wird eine Basis geschaffen, aus der heraus eine familiäre Atmosphäre entstehen kann. Im täglichen Zusammenleben bleibt ein großer Spielraum, um auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Durch feste Bezugspersonen und den langen Zeitraum, in dem die Kinder die Einrichtung besuchen, werden emotionale Bereiche wie Vertrauen, Zusammenhalt und Bindung intensiviert. Die Altersmischung stellt somit besondere Anforderungen an die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder.

Die älteren Kinder können in natürlichen Situationen Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Verständnis für Jüngere und Schwächere entwickeln. Sie können im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung für kleinere Kinder mittragen. Durch praktisches Helfen lernen sie, bereits erworbene Fähigkeiten auszubauen, Kenntnisse und Wissen zu vertiefen und Bekanntes neu zu überdenken.

Auch fördert das Zusammenleben die Kommunikationsfähigkeit, um Informationen, Fähigkeiten und Gefühle weitergeben zu können. Zugleich steht den älteren Kindern ein Raum zu, um ihren eigenen Bedürfnissen und Interessen nach­zukommen. Die jüngeren Kinder brauchen ebenfalls Raum zur individuellen Entwicklung. Zudem haben sie die Möglichkeit, Spielsituationen der Älteren zu beobachten, daran teilzuhaben und mitzuwirken. Sie finden so schon früh in ein gemeinsames Spiel. Durch die gewisse Vorbildfunktion der Älteren lernen sie verschiedenste Regeln des sozialen Miteinanders viel selbstverständlicher, als wenn Erwachsenen stets unterstützend oder schlichtend aktiv werden.

Dieses gegenseitige voneinander Lernen geht sicher nicht ohne Auseinanderset-zungen vonstatten. Aber soziales Lernen vollzieht sich notwendigerweise auch über das Erfahren von Konflikten. Im alltäglichen Miteinander wird immer wieder aufs Neue Rücksichtnahme und Akzeptanz geübt, wie auch das Wahren per­sönlicher Bedürfnisse.

Von Erziehern und Eltern erfordert das Leben in der altersgemischten Gruppe eine große Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch. Gerade bei der Aufnahme der ganz jungen Kinder steht eine intensive Zusammenarbeit im Vordergrund, um den Kindern einen guten Start in der Gruppe zu ermöglichen. Erstrebenswert ist es, diese Zusammenarbeit über die gesamte Zeit, welche das Kind die Einrichtung besucht, aufrecht zu erhalten.

Tagesablauf

Unser Tag beginnt frühmorgens um 7:30 Uhr. In der folgenden Zeit bis zum Frühstück füllt sich die Gruppe nach und nach. Geprägt ist diese Zeit von Begrüßungen und Verabschiedungen. Jedes einzelne Kind wird empfangen und jedes einzelne verabschiedet sich ganz bewusst von seinen Eltern. Ein festes Ritual ist hier das Winken am Fenster. Es begleitet die Kinder oft über Jahre.

Um 9:00 begibt sich die gesamte Gruppe nach oben in den Essraum zum Frühstück. Durch einen gemeinsamen Beginn mit einem Lied und einem Tischspruch soll etwas Ruhe einkehren. Die Mahlzeiten sollen neben Nahrungsaufnahme auch ein Raum sein, in dem in einer möglichst ruhigen Atmosphäre Gespräche unter den Kindern entstehen können. Auch werden die Kinder dahingehend unterstützt, sich gegenseitig im Rahmen des Möglichen Hilfestellung zu geben, z.B. beim Anreichen von Besteck oder beim Einschütten des Tees. Für die Zeit nach den Mahlzeiten, wo die Küche gemacht wird, nutzen die Kinder den nebenan liegenden Toberaum.

Dieser Raum mit seiner Einrichtung, wie Matratzen und Polsterkissen, bietet den Kindern viel Platz für Bewegung und die Möglichkeit, ihn nach ihren Vorstellungen zu nutzen und umzugestalten.

Die Zeit von 10:00 – 12:00 Uhr ist gefüllt mit unterschiedlichsten Aktivitäten. Ausgangspunkt für fast alles ist der Gruppenraum. Die Kinder nutzen aber auch einen Teil des Eingangsbereiches sowie den Toberaum, z. B. in den immer wieder stattfindenden Freispielphasen. Die Kinder haben so die Möglichkeit, sich in Kleingruppen von der Gesamtgruppe zurückzuziehen, sich auszuruhen oder auch auszutoben. Die Mitarbeiter lassen sich in den Freispielphasen von den Kindern je nach Situation in ihr Spiel mit einbeziehen, begleiten Konflikte oder geben Hilfestellung. Zudem gibt sich hier einen gute Gelegenheit zur intensiven Beobachtung von Gruppenprozessen und einzelnen Kindern.

Angebote, Aktionen und Projekte richten sich nicht nur nach dem Jahreslauf und der aktuellen Situation der Gruppe. Auch die Interessen und Vorschläge der Kinder werden mit Unterstützung konkretisiert, geplant und umgesetzt. Für größere Mal- und Bastelaktivitäten und für die Arbeit in Kleingruppen steht ein Malraum im Dachgeschoss zur Verfügung.

Sobald es das Wetter erlaubt, befinden wir uns draußen auf unserem viel Platz bietenden Außengelände. Bewegungs- und Spielmöglichkeiten gestalten sich hier nicht nur durch ein Angebot an Spielgeräten und Sandkasten, sondern auch durch einen großen weitgehend „naturbelassenen“ Raum mit Büschen, Bäumen und versteckten Winkeln.

Kurz vor dem Mittagessen um 12:00 Uhr versammeln wir uns nach gemeinsamem Aufräumen im Gruppenraum zum Märchenkreis. Die Sing- und Kreisspiele, Finger– und Rollenspiele, Geburtstagsfeiern und Aktionen zum Jahreslauf gestalten die Kinder durch Vorschläge und Ideen mit.

Nach dem Mittagessen geht ein Teil der Kinder zum Schlafen in die oberste Etage. Begleitet werden sie von zwei Mitarbeiterinnen, welche so lange im Schlafraum verbleiben, bis alle Kinder eingeschlafen sind. Nur die jüngsten werden anfangs noch nach dem Mittagessen abgeholt.

Für die anderen, meist älteren Kinder soll die folgende Zeit Raum bieten, ebenfalls etwas zur Ruhe zu kommen. Sie können intensiver ihren eigenen Spielen nachgehen oder an Projektaktionen weiterarbeiten.

Um kurz vor 15:00 Uhr kommen alle wieder im Essraum zum „Kaffeetrinken“ zusammen. Die Schlafkinder werden geweckt und es gibt eine kleine Zwischenmahlzeit. Ein Großteil der Kinder wird nach dem Kaffeetrinken abgeholt. Für die verbleibenden Kinder steht der späte Nachmittag frei für verschiedenste Aktivitäten. Der Tag klingt aus und um 16:45 Uhr sind alle verabschiedet.

Zwei feste Punkte im Wochenrhythmus sind das Turnen an einem Vormittag in der nahegelegenen und zu Fuß zu erreichenden Turnhalle einer Grundschule. Dort stehen uns sämtliche Gerätschaften und Spielmaterialien zur Verfügung. Inhalte sind z. B. Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele, das Turnen an Geräten und Freispielphasen. Außerdem finden für die Vorschulkinder einmal in der Woche Experimente statt.

Eingewöhnung

Die Aufnahme der kleinen Kinder in die Kita erfordert eine allmähliche Gewöhnung an den Tagesablauf und die zeitweilige Trennung von den Eltern, deswegen erfolgt die Eingewöhnung elternbegleitet. Neben den positiven Auswirkungen für das Kind hat diese Form der Eingewöhnung den Vorteil, dass die Eltern ebenfalls „eingewöhnt“ werden. Sie lernen die Kinder und Erwachsenen der Kita-Gemeinschaft kennen und werden mit den täglichen Abläufen vertraut gemacht. Die Beobachtung der Erzieherinnen bei der Arbeit und Teilnahme am alltäglichen Geschehen nimmt den Eltern Ängste und gibt ihnen das Gefühl, dass ihr Kind in der Kita gut aufgehoben ist.

Als zeitlicher Rahmen der Eingewöhnung sind zwei Wochen vorgesehen, wobei dies als Mindestmaß zu verstehen und immer individuell anzupassen ist. Zur Ein­gewöhnung des Kindes wird zunächst eine Eingewöhnungserzieherin benannt. Während der ersten Zeit in der Kita ist die Eingewöhnungserzieherin Ansprechpartnerin für den eingewöhnenden Elternteil und Bezugsperson für das Kind. Der Eingewöhnungserzieherin obliegt die Verantwortung, das neue Kind in die bestehende Gruppe einzufügen, d. h. die anderen Kinder müssen mit in die Eingewöhnung einbezogen werden, damit sie das neue Kind in der Gemeinschaft akzeptieren.

Der Ablauf der Eingewöhnung erfolgt idealtypisch in drei Schritten. In einem ersten Schritt, der die ersten Tage umfasst, gilt es für das Kind zunächst positive Ein-drücke aus dem Kitaleben zu sammeln. Die Anwesenheit von Elternteil und Kind richtet sich nach dem Befinden des Kindes, sollte jedoch zumindest das Frühstück und möglichst noch einige Zeit darüber hinaus andauern. Wir empfehlen den Eltern während der Eingewöhnungszeit zwischen 8.00 Uhr und 8.30 in der Kita zu sein, da es zu dieser Zeit erfahrungsgemäß noch leer ist. Das Kind erlebt so die Ankunft und Verabschiedung der anderen Kinder und kommt nicht in eine bereits vollständige Gruppe hinein. In diesen ersten Tagen liegt die Zuständigkeit für das Kind beim begleitenden Elternteil. Die Eingewöhnungserzieherin macht während dieser Zeit keine Versuche das Kind zu „übernehmen“. Die Kontaktangebote bleiben auf der verbalen Ebene, es sei denn das Kind wünscht einen Körperkontakt zur Erzieherin.

Im zweiten Schritt der Eingewöhnung besteht die Zielsetzung darin, den Kontakt zur Eingewöhnungserzieherin zu intensivieren und erste kurze Abschiede zu proben. Die Verabschiedung des Elternteils sollte für das Kind eindeutig sein. Das Kind erlebt das Weggehen des Elternteils bewusst („Der Papa / die Mama geht jetzt. Wir sagen Tschüss.“), der Vater / die Mutter schleicht sich nicht davon während das Kind spielt. Während der ersten Verabschiedungen bleiben die Eltern in der Einrichtung, um verfügbar zu sein falls das Kind aus Trauer oder Schmerz weint und sich von seiner Eingewöhnungserzieherin noch nicht trösten lässt. Die ersten Trennungen dauern nur wenige Minuten. Je nach Verhalten des Kindes während der Abwesenheit des Elternteils werden die Trennungszeiten individuell angepasst und verlängert.

Im dritten und letzten Stadium der Eingewöhnung werden die Trennungszeiten weiter erhöht und die Abschiede „geübt“. Die Eltern verlassen die Kita während dieser Phase, sind aber in Rufbereitschaft. Das Kind lernt, dass auf jede Verabschiedung von seiner Mutter / seinem Vater ein späteres Wiedersehen erfolgt. Mit dem Abschluss dieser Phase der Eingewöhnung sollte das Kind möglichst bis zum Mittagessen in der Einrichtung bleiben. Die Kinder nehmen während der Einge­wöhnung und auch noch einige Zeit darüber hinaus nicht am gemeinsamen Mittagsschlaf teil, sondern werden nach dem Mittagessen abgeholt.

Die Kindertagesstätte soll die Entwicklung der Kinder fördern. Die emotionale Entwicklung des Kindes soll durch einen offenen, um Partnerschaft und gegen­seitige Achtung bemühten Umgang aller Beteiligten miteinander, Eltern, Erzieher/innen und Kinder, gefördert werden. Den Kindern soll ermöglicht werden, eigene Gefühle auszudrücken, emotionale Bedürfnisse zu befriedigen und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und verstehen zu lernen. Jedes Kind soll in seiner Besonderheit gesehen, seine Lebenssituation berücksichtigt werden. Die körperliche Entwicklung des Kindes soll durch eine vielseitige und gesunde Ernährung, durch vielfältige Bewegungsmöglichkeiten im Freien und im Raum, gefördert werden.

Es soll dem Kind Freude an der Bewegung, an der Entfaltung seiner körperlichen Kräfte und Möglichkeiten vermittelt werden. Das Bedürfnis des Kindes nach Kenntnissen und Erfahrungen über seinen Körper und über Sexualität soll entsprechend dem Alter und dem Verständnis des Kindes befriedigt werden. Die geistigen Fähigkeiten des Kindes sollen sich frei entfalten können. Das Kind soll Erfahrungen mit sich, im Umgang mit den Mitmenschen, mit der Natur und der Umwelt, sammeln und auswerten können.

Selbstständigkeit und Eigenaktivität sind erwünscht. Lernen und Erfahren sollen wichtige Bestandteile des täglichen Miteinanders sein.

Phantasie und Kreativität sollen unter Berücksichtigung der individuellen Neigung und Begabung angeregt werden.

Ein Leistungsdruck oder Konkurrenzverhalten soll vermieden werden. Geschlechts­spezifische Erziehung, durch Festlegen der Kinder auf eine Geschlechterrolle, soll vermieden werden.

Der Entwicklung des Sozialverhaltens soll viel Raum gegeben werden. Konfliktbewältigung soll miteinander gelernt, Solidarität und Zusammenarbeit Unterstützung finden. Verhaltensweisen, Situationen und Probleme sollen bewusst erlebt werden können.

Verständnis für die Sichtweisen und Probleme anderer Menschen soll geweckt, demokratische Verhaltensweisen eingeübt werden.

Die Kinder sind in Planung und Ablauf der Aktivitäten mit einzubeziehen. Das Zusam­men­leben in der Tagesstätte soll mit den Kindern reflektiert werden können, um Abläufe innerhalb der Gruppe, und sich selbst, erkennen und Kritik äußern zu lernen.

Die eigene soziale Rolle in der Gruppe soll erfahrbar sein, die eigenen positiven Möglichkeiten erkannt und von den Erzieher/innen unterstützt werden.

Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit ist die Begleitung von Eltern in ihrem Erziehungsalltag. Dazu ist eine gute Partnerschaft mit den Eltern sehr wichtig, denn die Arbeit und das Leben in der Kita sind immer abhängig vom Engagement und der Mitverantwortung der Eltern. Darum gibt es zahlreiche Punkte/ Bereiche in unserer Kita, wo Elternbeteiligung bzw. –mitwirkung gefordert und notwendig ist.

4.1 Elternbeteiligung

Elternabende: Die Elternabende werden entweder durch die Erzieherinnen, Eltern oder externe Referenten zu päda­gogischen Themen vorbereitet oder finden als offene Gesprächsabende statt.

Elterngespräche: Bei den Elterngesprächen wird den Eltern die Mög­lichkeit geboten, sich allein mit den Erzieherinnen über ihr Kind zu unterhalten. Die Elterngespräche finden im Rahmen der Eltern-Kind-Tage (s. u.) statt. Zu den Elterngesprächen werden die entsprechenden Eltern von den Erzieher­innen eingeladen oder die Eltern kündigen ihren Gesprächsbedarf an. Es ist vorgesehen, dass die Eltern mindestens einmal pro Jahr zum Elterngespräch mit den Erzieherinnen eingeladen werden. Sind allerdings akute Probleme zu lösen, so sind auch mehrere Termine möglich.

Hospitation: Die Eltern haben jederzeit die Möglichkeit, in der Kita zu hospitieren und ihr Kind und den Kita-Alltag mitzuerleben.

4.2 Elternmitwirkung

Die Beteiligung der Eltern an der Arbeit in der Kita erfolgt im Wesentlichen in den Bereichen „Vorstand“ (unter Punkt 2.6 ausführlich beschrieben), „Präsenzgruppe“ und „Mitgliederversammlung“, des Weiteren bei den verschiedenen Aktionen und Festen sowie bei zwei „Arbeitsdiensten“.

In der „Präsenzgruppe“ befinden sich automatisch alle Eltern (jeweils ein Elternteil pro Kind), die nicht im Vorstand tätig sind. Sie teilen sich die Arbeit mit der Kinder-gruppe an einem Eltern-Kind-Tag im Monat (zurzeit jeweils der 4. Dienstag im Monat) sowie jeden Freitagnachmittag („Elterndienste“). Diese Zeiten nutzen die Erzieherinnen zur Vorbereitung, Koordinierung und Dokumentation ihrer Arbeit. Zweimal im Jahr werden die Verfügbarkeiten der Eltern durch den Elternrat abgefragt und die Elterndienste geplant.

Zwei Honorarkräfte unterstützen die Eltern jeweils an den Eltern-Kind-Tagen und Freitagnachmittagen. Freitags (13:00 – 15:30 Uhr) wird neben den Honorarkräften noch ein Elternteil benötigt, dienstags sind es insgesamt vier Eltern (2 Schichten à 4 Stunden zwischen 8:00 und 12:30 Uhr bzw. 11:30 und 16:00 Uhr).

Bei An den Eltern-Kind-Tagen dürfen die neuen Kinder frühestens nach einem halben Jahr teilnehmen, wobei die Festlegung des Zeitpunktes mit den Erzieherinnen abgesprochen wird (Ausnahme: Ein Elternteil hat selber Elterndienst). Aber auch für ältere Kinder ist die Anwesenheit von so vielen „fremden“ Personen manchmal sehr anstrengend. Alle Eltern sollten daher überlegen, ob es vielleicht sinnvoll ist, ihr Kind in der ersten Zeit an diesen Tagen bereits um 13 Uhr abzuholen.

Jede Familie trägt sich darüber hinaus einmal pro Jahr für den Wäschedienst und den Rasenmähdienst ein.

Von den „Mitgliederversammlungen“ wird der Vereinsvorstand für seine Arbeit durch demokratische Abstimmung legitimiert.

Hier werden alle notwendigen Entscheidungen über die organisatorische Arbeit im Verein getroffen. Die Beschlüsse der Mitgliederversammlungen sind für alle Eltern verbindlich.

Innerhalb eines Kindergartenjahres finden ca.

  • 4 Elternabende
  • 3 Mitgliedsversammlungen
  • mindestens 1 Elterngespräch
  • 1 Jahreshauptversammlung statt.

 

Außerdem gibt es regelmäßig wiederkehrende Feste und Veranstaltungen.

Im Früh­jahr findet das Frühlingsfest statt, das neben dem geselligen Beisammensein auch dazu genutzt wird, unser großes Außengelände fit für die kommende Saison zu machen.

Im Frühsommer machen wir gemeinsam einen Wochenendausflug (Freitagabend bis Sonntagmittag). Dabei sind die Unterkünfte von der Entfernung so gewählt, dass auch eine Anreise am Samstagmorgen oder ein Tagesbesuch möglich sind.

Wir feiern ein Sommerfest, bei dem es vor allem um Spiel und Spaß für Groß und Klein geht.

Kurz nach den Sommerferien treffen sich Väter und Kinder für eine Nacht zum Vater-Kind-Zelten an der Kita.

Zu St. Martin ziehen wir mit den Laternen durch die Straßen und kommen anschließend in der Kita zum gemütlichen Beisammensitzen zusammen.

Bei der Herbstaktion wird das Außengelände an einem Samstagvormittag vom herabgefallenen Laub befreit und damit für den Winter vorbereitet.

In der Vorweihnachtszeit feiern wir ein Nikolausfest. Die Kinder führen etwas auf und es kommt der Nikolaus (ein Vater).

Alle Termine werden auf der JHV abgestimmt und beschlossen.

Unser Dachverband, Paritätischer Wohlfahrtsverband, berät uns in fachlichen und rechtlichen Fragen, wo auch in regelmäßigen Abständen die Leiterinnentreffs stattfinden. Des Weiteren bestehen eine Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Austausch mit den ortsansässigen Grundschulen.

Zudem findet einmal im Jahr ein Treffen von der Kitaleitung und den Rektorinnen, zur Vorbereitung von Elternabenden für die neuen Schüler statt.

Wir stehen mit dem örtlichem und dem Landesjugendamt in stetiger Verbindung.

Wir betrachten die Kindertagesstätte nicht als sicheren Aufbewahrungsort für Kinder zur Entlastung der Eltern, sondern als Bereicherung für Eltern und Kinder aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, die das Miteinander leben und -lernen bietet.

Unser Konzept wurde in Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen verfasst.